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Donnerstag, 29. September 2022

Wachsende Nachfrage nach Zinssicherung mit Bausparen

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Berlin (ots) –

LBS-Gruppe verzeichnet hohes Neugeschäftsplus – Bausparkassen mildern Zinsschock ab – Kritik am Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienkredite

Vor dem Hintergrund kräftig gestiegener Baugeldzinsen haben die Menschen das Bausparen wiederentdeckt: In den ersten sechs Monaten wurden bei den Landesbausparkassen 290.000 neue Bausparverträge mit einem Volumen von 21,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 13 Prozent bei der Zahl der Verträge und einem Plus von 43 Prozent bei der Bausparsumme.

Der Grund für den Boom des Bausparens liege auf der Hand, erklärte Verbandsdirektor Axel Guthmann anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts der LBS-Gruppe (https://www.dcm-emag.de/LBS/LBS_Jahresbericht_2021/): „Bauherren und Käufer wollen ihre Immobilienfinanzierung bestmöglich vor dem Risiko steigender Zinsen absichern. Sichere Eigenkapitalbildung gepaart mit niedrig verzinslichen Darlehen – das ist die Kernidee des Bausparens, die jetzt wieder verstärkt wahrgenommen wird.“ Viele Menschen hätten gar nicht mehr daran geglaubt, dass die Kapitalmarktzinsen in absehbarer Zeit wieder steigen könnten. Im Gefolge von Corona und beschleunigt durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sei die Zinswende nun schneller gekommen, als dies auch von Experten für möglich gehalten wurde.

Bausparen ist ein langfristig ausgerichtetes Spar- und Finanzierungsprodukt, das eine weitgehende Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt sichert. Wer nicht darauf vertraut habe, dass die Zinsen ewig niedrig bleiben, und sich auch deshalb fürs Bausparen entschieden habe, profitiere jetzt von diesem Weitblick, so Guthmann. Aber auch neuen Kundinnen und Kunden können die Bausparkassen jetzt mit zinsgünstigen Darlehen unter die Arme greifen. Auf diese Weise mildern die Spezialkreditinstitute die negativen Auswirkungen des Zinsschocks auf den Wohnungsmarkt zumindest ein Stück weit ab.

Insgesamt, betonte Guthmann, bleibe die Lage für Wohneigentumsinteressenten aber schwierig. Viele Bau- und Kaufwillige könnten die davongelaufenen Baupreise bei höheren Zinsen nicht mehr stemmen; auch fehle es oft am Eigenkapital. Nicht hilfreich sei es deshalb, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus Sorge vor kreditfinanzierten Preisblasen auf dem Immobilienmarkt Anfang des Jahres mit den sogenannten makroprudenziellen Maßnahmen ausnahmslos allen Kreditinstituten, auch den Bausparkassen, höhere Kapitalanforderungen auferlegt hat. Damit werde ein systemstabilisierender Teil der Kreditwirtschaft in seinen Möglichkeiten gebremst, vermehrt günstige Darlehen auszureichen. Verbandsdirektor Guthmann kritisiert, dass die BaFin nicht bereit gewesen sei, die Bausparkassen mit ihrem risikoarmen Geschäftsmodell vom neu eingeführten Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienkredite auszunehmen. Die Aufsicht habe damit die Chance verpasst, das Bausparwesen noch intensiver für ihre eigenen Zwecke der Finanzmarktstabilität zu nutzen. Guthmann appellierte, die Regulierung zu überprüfen und anzupassen. Nachdem die Zinsen so stark gestiegen seien, sollten die Finanzierungsbedingungen nicht noch zusätzlich durch aufsichtliche Vorgaben belastet werden.

Wie wichtig gerade jetzt ein leistungsfähiger Kreditsektor sei, zeige auch der Blick auf die wohnungs- und klimapolitische Agenda. Dort stehe nicht nur das (inzwischen wohl unrealistische) Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zur Entlastung des weiterhin angespannten Wohnungsmarktes, sondern auch die Generationenaufgabe, den Gebäudebestand in Deutschland in Richtung CO2-Neutralität zu modernisieren, erinnerte Guthmann. Dem selbst genutzten Wohneigentum komme auf beiden Gebieten eine Schlüsselrolle zu.

Obwohl die Menschen in den eigenen vier Wänden wohnen wollen, war die Wohneigentumsquote in Deutschland (https://www.lbs.de/presse/p/lbs_research/details_15626674.jsp) zuletzt aber sogar leicht rückläufig. Dies könne nicht im Interesse des Staates sein, der sich aufgrund der demografischen Entwicklung beim Thema Alterssicherung immer größeren Lasten ausgesetzt sieht. Guthmann: „Alle Empirie zeigt: Wer in jungen Jahren Wohneigentum erwirbt, baut erfolgreich Vermögen (https://www.lbs.de/presse/p/lbs_research/details_16465652.jsp) auf und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit später nicht den öffentlichen Kassen zur Last fallen. Der Staat sollte deshalb alles dafür tun, dass Erwerbshindernisse gesenkt werden.“ Dazu gehöre neben einer Entlastung bei der Grunderwerbsteuer auch die von der Ampel-Koalition in Aussicht gestellte Förderung der Wohneigentumsbildung nach dem Auslaufen des Baukindergelds.

Die acht Landesbausparkassen führten für ihre 7,5 Millionen Kundinnen und Kunden am Jahresende 2021 insgesamt 8,4 Millionen Bausparverträge über eine Bausparsumme von 305,1 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2021 flossen Bausparmittel in Höhe von 9,2 Milliarden Euro in den Wohnungsmarkt. Die addierte Bilanzsumme der LBS-Gruppe stieg im vergangenen Jahr auf die Rekordsumme von 75,1 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Dr. Ivonn Kappel
Referat Presse
Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen
Tel.: 030 20225-5398
Fax : 030 20225-5395
E-Mail: ivonn.kappel@dsgv.de
Original-Content von: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS), übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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