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Donnerstag, 29. September 2022

Fair steht dir – Größte Aktionswoche in Deutschland startet / Faire Woche ruft zu Nachhaltigkeitswende in der Textilbranche auf

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Berlin / Köln / Mainz (ots) –

Unter dem Motto „Fair steht dir – #fairhandeln für Menschenrechte weltweit“ findet vom 16. bis zum 30. September die Faire Woche statt, die größte Aktionswoche des Fairen Handels. Im Mittelpunkt stehen menschenwürdige Arbeitsbedingungen und nachhaltiges Wirtschaften in der Textillieferkette. Weltläden, Schulen, Fairtrade-Initiativen und viele weitere Akteure laden bei rund 2.000 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel kennenzulernen und sich mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen von Textilkonsum auseinanderzusetzen.

Die Faire Woche findet in diesem Jahr bereits zum 21. Mal statt. Organisiert wird die bundesweite Veranstaltung vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband und Fairtrade Deutschland.

„Auch die Politik ist gefragt“

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza 2013 in Bangladesch hat viele Menschen wachgerüttelt. Das Unglück, bei dem über 1.100 Menschen starben, steht wie kein anderes für die Missstände in der Textil- und Schuhindustrie. Auch knapp zehn Jahre später gilt die Textillieferkette als extrem anfällig für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen. „Menschenwürdige Arbeit und Umweltschutz weltweit – dafür sollten wir uns auf allen Ebenen einsetzen. Als Konsumentinnen und Konsumenten kann jede und jeder einzelne von uns einen direkten Beitrag leisten und beim Einkauf Unternehmen unterstützen, die nachweislich auf gute Arbeitsbedingungen und nachhaltige Produktion setzen. Die Faire Woche bietet eine gute Gelegenheit, sich zu informieren und zu engagieren. Aber auch die Politik ist gefordert, das Thema strukturell anzugehen. Das deutsche Lieferkettengesetz ist hierfür ein wichtiger Schritt, denn es legt erstmals verbindlich fest, dass die Einhaltung der Menschenrechte keine Frage der Freiwilligkeit ist. Ich setze mich jetzt dafür ein, dass wir diesen Ansatz erweitern und eine starke EU-weite Regelung hinbekommen“, erklärte Bundesministerin Svenja Schulze, Schirmherrin der Fairen Woche.

„Die Menschen, die unsere Kleidung produzieren, müssen unter zunehmendem Zeitdruck und zu desaströs niedrigen Löhnen Unmengen neuer Ware herstellen“, erklärt Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel. „Sie verbleiben in Armut, während große Modeunternehmen ihre Profite mit Fast Fashion maximieren“, kritisiert Fütterer.

EU-weite Petition für existenzsichernde Löhne

Gemeinsam mit Organisationen wie Fashion Revolution und Fair Wear Foundation fordern die Veranstalter der Fairen Woche existenzsichernde Löhne für Textilarbeiterinnen und -arbeiter weltweit: „Existenzsichernde Löhne sind kein Luxus, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Diese Tatsache sollte gerade ein Verbund wie die Europäische Union anerkennen“, sagt Claudia Brück, Vorständin bei Fairtrade. „Die EU zählt zu den wichtigsten Abnehmern für Textilien. Allein im ersten Halbjahr 2022 hat sie Textilprodukte im Wert von knapp 64 Milliarden Euro importiert. Eine europaweite Entscheidung für existenzsichernde Löhne hätte enorme Schlagkraft und könnte in der Branche wirklich etwas bewegen“, so Brück.

Damit sich die EU mit dem Thema auseinandersetzt, muss die Petition „Good Clothes, Fair Pay“ (https://www.faire-woche.de/mitmachen/petition-good-clothes-fair-pay)eine Million Unterschriften erreichen.

Gemeinsam Umdenken

Immer mehr Menschen legen Wert auf nachhaltige Produktionsbedingungen und hinterfragen die Herkunft von Alltagsprodukten wie Kleidung. Der Faire Handel bietet ihnen Alternativen. Denn transparente Lieferketten, die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und ein Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit sind hier Kernpunkte. „Es ist eindrucksvoll, wie viele Frauen sich durch den Fairen Handel weiterentwickelt haben und jetzt unabhängig und selbständig ihren Weg gehen“, erklärt Sujata Goswami von Sasha Fair Trade in Indien. Die Stärkung von Frauenrechten ist im Kontext textiler Lieferketten besonders wichtig, da in erster Linie Frauen von den ungleichen Machtverhältnissen im Handel betroffen sind.

Den Veranstaltungskalender der Fairen Woche finden Sie unter www.fairewoche.de/kalender.

Service

Pressefotos zur kostenfreien Verwendung (unter Angabe der jeweiligen Quelle) erhalten Sie im Pressebereich unserer Website unter www.faire-woche.de/presse sowie unter www.fairtrade-deutschland.de/service/presse/pressebilder und www.weltladen.de/presse.

Petition „Good Clothes, Fair Pay“

Passend zum Thema der Fairen Woche setzt sich die Europäische Bürger*inneninitiative mit der Petition „Good Clothes, Fair Pay“ (https://www.faire-woche.de/mitmachen/petition-good-clothes-fair-pay) für existenzsichernde Löhne für Textilarbeiter*innen ein. Existenzsichernde Löhne sind kein Luxus, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Gemeinsam mit Organisationen wie Fashion Revolution und der Fair Wear Foundation fordern die Initiator*innen im Rahmen der Kampagne gesetzliche Rahmenbedingungen, die dieses Recht schützen. Es werden eine Million Unterschriften benötigt, damit die EU-Kommission zu den Forderungen Stellung nimmt.

Pressekontakte

Hannah Maidorn, Fairtrade Deutschland e.V., Tel.: 0221- 94 20 40 94, h.maidorn@fairtrade-deutschland.de

Katrin Frank, Forum Fairer Handel e.V., Tel.: 030 – 28045259, presse@forum-fairer-handel.de

Christoph Albuschkat, Weltladen-Dachverband e.V., Tel.: 06131- 68 907-81, c.albuschkat@weltladen.de

Faire Woche 2022

Vom 16. bis zum 30. September 2022 findet die 21. Faire Woche unter der Schirmherrschaft von Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, statt. Zwei Wochen lang steht der Faire Handel mit rund 2.000 Veranstaltungen in ganz Deutschland im Mittelpunkt. Getreu dem Motto „Fair steht dir – #fairhandeln für Menschenrechte weltweit“ liegt der thematische Schwerpunkt in diesem Jahr auf menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Wirtschaften in der Textillieferkette.Veranstalter der Fairen Woche ist das Forum Fairer Handel e.V. in Kooperation mit Fairtrade Deutschland e.V. und dem Weltladen-Dachverband e.V. Die Faire Woche wird gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, durch Brot für die Welt mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch MISEREOR sowie die Deutsche Postcode Lotterie.

Auftakt der Fairen Woche: Seien Sie live dabei!

Am Donnerstag, den 15. September 2022 um 15.00 Uhr wird die Faire Woche eröffnet – und Sie können live dabei sein. Zum Auftakt der 21. Fairen Woche wollen wir einen Blick auf die aktuellen Herausforderungen in Textillieferketten werfen. Wir beleuchten, welchen Beitrag der Faire Handel zum Erreichen einer nachhaltigen Textilindustrie leistet und welche Veränderungen auf politischer Ebene geschehen müssen. Ausführliche Informationen zum Ablauf und zu unseren Gesprächspartner*innen erhalten Sie hier (https://www.faire-woche.de/die-faire-woche/faire-woche-2021/auftaktveranstaltung-1). Falls Sie dabei sein und sich interaktiv beteiligen möchten, bitten wir um Anmeldung unter auftaktFW@forum-fairer-handel.de.

Highlights der Fairen Woche

Düsseldorf: 14. September, 19 bis 20:30 Uhr

Im Rahmen der Düsseldorfer Eine Welt Tage 2022 laden das Eine Welt Forum Düsseldorf e.V., Eine Welt Netz NRW und Maxhaus zur Podiumsdiskussion „Nachhaltige öffentliche Beschaffung in NRW umsetzen! Was plant die neue Landesregierung?“ ein. Mit Vertreter*innen aus Kommunen und Wissenschaft sowie Mitgliedern des nordrhein-westfälischen Landtags werden unter anderem folgende Fragen diskutiert: Welchen Beitrag leistet öffentliche Beschaffung zur Einhaltung ökologischer und menschenrechtlicher Standards in globalen Lieferketten? Welche Bedeutung hat das Thema für die neue Landesregierung und welche konkreten Maßnahmen sind geplant? Was benötigen Kommunen, um ihren Einkauf besser am Leitbild nachhaltiger Entwicklung ausrichten zu können?

Hamburg: 16. September, 10 bis 14 Uhr

Unter dem Motto „Hamburg, Fair steht dir!“ veranstaltet die Fair Trade Stadt Hamburg eine außergewöhnliche Modenschau sowie ein Fachgespräch zu fairer Kleidung in Beruf und Sport. Was wir einkaufen, ist nicht egal! Immer mehr Menschen und Institutionen achten auf soziale und ökologische Kriterien. Drei Hamburger Akteur*innen stellen ihre nachhaltig produzierten Kollektionen vor. Expert*innen diskutieren über Herausforderungen, Lösungsansätze und Potenziale des Fairen Handels beim Einkauf. Ein Highlight der Veranstaltung wird die Modenschau sein, bei der Mitarbeitende der Stadtreinigung Hamburg ihre faire Arbeitskleidung präsentieren.

Recklinghausen: 16. September, 10 bis 13 Uhr

Das INKOTA-netzwerk e.V. lädt Schüler*innen der weiterführenden Schulen in Recklinghausen zu einer Sondervorstellung des Spielfilms „Made in Bangladesh“ ein. Der Film erzählt die Geschichte der 23-jährigen Textilarbeiterin Shimu, die in Bangladesch unter ausbeuterischen Bedingungen arbeitet. Im Anschluss an den Film wird es eine Gesprächsrunde mit Expert*innen aus der Bekleidungsindustrie, Zivilgesellschaft und Politik geben.

Berlin: 20. September, 10 bis 11:30 Uhr und 23. September, 14 bis 15:30 Uhr

Das Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin bietet im Zeitraum der Fairen Woche zwei Stadtrallyes zum Thema „faire Textilien“ an, eine in Neukölln, Kreuzberg und Friedrichshain und die andere in Pankow, Mitte und Charlottenburg. Denn immer wieder sorgen die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie für Schlagzeilen: Hungerlöhne, Überstunden oder mangelnder Arbeitsschutz. Doch worauf können Konsument*innen beim Kauf von nachhaltig produzierten Textilien achten? Und wo sind faire Mode, Arbeitskleidung und Haushaltstextilien in Berlin überhaupt erhältlich? Zusätzlich zu den live geführten Rallyes bieten die Veranstalter eine digitale Variante mittels der App Actionbound an.

Osnabrück: 22. September, 19:30 bis 21 Uhr

Der Weltladen Osnabrück lädt ein zu einem Themenabend mit Jolver Mendoza und Café Chavalo e.G. zum Thema „Fairen Kaffeehandel neu denken – solidarisch und klimagerecht.“ Jolver Mendoza, ein 20-jähriger Kaffeefarmer aus Nicaragua, und Johannes Schubert von der Importorganisation Café Chavalo eG, laden zur Diskussion darüber ein, wie Fairer Handel mit Nicaragua auch heute noch funktionieren kann und wie sich der Handel insgesamt perspektivisch verändern muss. Mit dem emissionsfrei transportierten Segelkaffee und der Gründung einer internationalen Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) gehen sie selbst mit gutem Beispiel voran.

Zittau: 27. September, 13:30 bis 15 Uhr

Die TU Dresden sowie IHI Zittau (Professur für Umweltmanagement) laden zu einer Paneldiskussion zum Thema „Herausforderungen der Biodiversitätskrise für die Textilwirtschaft“ ein.Fast jedes Unternehmen ist von der Natur abhängig und steht mit Biodiversität in Verbindung. Die Biodiversität ist jedoch stark bedroht, was fatale Folgen für die Wirtschaft mit sich bringen kann. Das Bewusstsein in den Unternehmen ist für die Biodiversität von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), da sie wegen ihrer großen Zahl mit ihrer Geschäftstätigkeit einen großen Einfluss auf den Verlust der Biodiversität haben können. Im Zentrum dieser Veranstaltung wird die Frage stehen, wie die Minimierung der Risiken für die Biodiversität bereits beim Textildesign beginnen kann.

Weitere Veranstaltungshighlights in Ihrer Region finden Sie im Veranstaltungskalender der Fairen Woche unter www.faire-woche.de/kalender.

Pressekontakt:
Fairtrade Deutschland e.V.
Maarweg 165 | 50825 KölnLeitung Öffentlichkeitsarbeit
Marcelo Crescenti +49 221 942040-55Pressekontakt
Edith Gmeiner +49 221 942040-46
presse@fairtrade-deutschland.deHannah Maidorn +49 221 942040-94
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Original-Content von: Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.), übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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